Von Ende August bis Mitte September hat ChatGPT in seinen Produktkarten keinen einzigen Link zu einem Online-Shop gezeigt. Jetzt sind sie wieder da, und ein Teil davon trägt die Kennung von Google Shopping.
Die Karten zeigten nur noch Name und Preis, angemeldet wie abgemeldet. In meiner Studie zu 19 Glas-Shops habe ich ab dem 29. August bei neun Kauffragen keinen einzigen Shop-Link mehr gezählt. Am 13. August waren es noch 54 Links.
Gezählt habe ich am 16. und 18. September, abgemeldet, jede Frage in einem frischen Chat: 74 von 83 Produktkarten führen wieder zum Shop. Bei den übrigen 9 stand „Preis nicht verfügbar“ oder die Details ließen sich nicht laden.
Das Verschwinden passt zeitlich zu Google. Seit dem 26. August laufen alle Links in Googles Suchergebnissen über eine Zwischenadresse. Wer die Ergebnisse maschinell ausliest, muss seitdem jeden Link einzeln bei Google abfragen. Und ChatGPT holt seine Produkte zum großen Teil aus Google Shopping, das hat Peec AI schon im März gezeigt.
Die neuen Links sehen wieder nach Google aus. Viele Karten zeigen mehrere Shops zum Preisvergleich, in den 74 Karten stecken so 101 Shop-Links. 11 davon tragen eine Google-Shopping-Kennung, bei Amazon zum Beispiel source=ps-sl-shoppingads-lpcontext.
Verdient Google an diesen Klicks? Ich glaube nicht. Kein Link läuft über Google, keiner trägt Googles eigene Klick-Kennung. Der Klick geht direkt von ChatGPT in den Shop.
Ein Shop hat in seinen Links mtm_source=google stehen. Je nach Analyse-Werkzeug zählt er den Besuch aus ChatGPT dann womöglich als Google.
ChatGPT bezieht Google-Ergebnisse laut The Information über SerpApi, einen Dienst, der Google maschinell ausliest. Belegt ist das für News und Sport, für Produkte konnte ich nichts finden.
Die zeitliche Abfolge passt: SerpApi meldet am 5. September, dass es die echten Adressen hinter Googles Zwischenadressen wieder ausliest. Am 8. September zähle ich noch keinen einzigen Link. Ab dem 15. September sind sie wieder da.